Infos für Ärzte

Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkungen bedroht sind. Ziel ist es, sie bei der Durchführung für sie bedeutungsvoller Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken. Hierbei dienen spezifische Aktivitäten, Umweltanpassung und Beratung dazu, dem Menschen Handlungsfähigkeit im Alltag, gesellschaftliche Teilhabe und eine Verbesserung seiner Lebensqualität zu ermöglichen.

Im Rahmen der Versorgung von Patientinnen und Patienten kann Ergotherapie verordnet werden, um

• eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhindern oder Krankheitsbeschwerden zu lindern (Kuration, Rehabilitation)
• eine Schwächung der Gesundheit zu beseitigen, die zu einer Krankheit führen würde (Prävention)
• einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken (Förderung)
• Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu mindern

Welche Angaben sind auf einer Verordnung besonders wichtig?

Neben den Daten, die für die Verwaltung/Abrechnung gebraucht werden (im oberen linken Feld als Patienten-Daten zu finden), sind einige Informationen für die Behandlung unbedingt erforderlich und somit als Pflichtangaben auf der Verordnung notwendig:

Diagnosegruppe und Diagnose (ICD10-Ziffer und Nennung der Diagnose im „Wortlauf“)
Leitsymptomatik und ggf. Spezifizierung des Therapieziels
genaue Bezeichnung des Heilmittels (motorisch-funktionell, sensomotorisch-perzeptiv, psychisch-funktionell, Hirnleistungstraining)
Anzahl und Frequenz der Leistung
• Jede Verordnung muss ein Kreuz enthalten, ob es sich um eine Erst- oder Folgeverordnung oder eine Verordnung außerhalb des Regelfalls handelt.

Eine Verordnung außerhalb des Regelfalls muss in jedem Fall eine Begründung unten links im dafür vorgesehenen Feld enthalten. Dies ist auch dann erforderlich, wenn eine Krankenkasse auf das Genehmigungsverfahren verzichtet hat.

Praxisbesonderheit und langfristiger Heilmittelbedarf

Patienten mit schweren dauerhaften Schädigungen können langfristig Heilmittel wie Krankengymnastik, Sprachtherapie oder Ergotherapie benötigen.

Die Verordnung von Ergotherapie ist für viele Patientengruppen erleichtert, da es seit Anfang 2013 die bundeseinheitlichen Listen mit den Diagnosen zu Praxisbesonderheiten und langfristigem Heilmittelbedarf gibt. Seit 01.01.2017 wurde zusätzlich das Genehmigungsverfahren vereinfacht und weitere Diagnosen gelistet.

Somit haben Sie als Arzt weniger Aufwand, entsprechende Krankenkassenlisten vor der Verordnung zu prüfen. Außerdem entlasten weitere Diagnosen auf der Liste, Vertragsärzte im Falle von Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Denn alle Verordnungen aufgrund von Erkrankungen, die einen langfristigen Heilmittelbedarf begründen, unterliegen nicht der Wirtschaftlichkeitsprüfung und werden gar nicht erst in ein Prüfverfahren einbezogen. (Informationen entnommen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung - www.kbv.de)

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
http://www.kbv.de/media/sp/2016_12_14_Praxisinformation_Heilmittelverordnung_inklusive_Diagnoseliste.pdf