Pädiatrie

Das Fachgebiet der Pädiatrie wird gemeinhin auch als Kinderheilkunde bezeichnet. Die Pädiatrie beschäftigt sich mit der Entwicklung, den Erkrankungen und der Behandlung von Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen.

Ergotherapie in der Pädiatrie kann dabei bereits im Säuglingsalter beginnen und sich bis ins Jugendalter vollziehen.


,,Die größte Kunst ist, den Kleinen alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel und Zeitvertreib zu machen." (John Locke)
Hier einige typische Einsatzgebiete:
• Wahrnehmungsstörung z.B. räumliches Vorstellungsvermögen, auditive Reizfilterung, taktile/kinästhetische Hypersensibilität, Reizverarbeitung, vestibuläre Störung
• Entwicklungsverzögerung (körperlich, geistig, seelisch)
• Merkfähigkeit und Speicherschwierigkeiten
• Automatisierungsschwierigkeiten
• sensomotorische und graphomotorische Störungen
• Verhaltensauffälligkeiten, Aufmerksamkeitsstörung (Impulsivität, ADS und ADHS) und Konzentrationsstörungen
• sprachliche Schwierigkeiten

• Psychosoziale Schwierigkeiten z.B. Ängste, Aggressionen, soziale Anpassungsstörung, zwischenmenschliche Kommunikation
• Störung der sensorischen Integration
• Bewegungs- und Koordinationsstörungen
• Enuresis (Bettnässen)
• geistige, körperliche oder seelische Behinderung z.B. bei Autismus, Down-Syndrom, ICP
• Dyskalkulie – Rechenschwäche
• Lese-Rechtschreib-Schwäche

ADS/ ADHS/ – Training

(nach den Programmen von Lauth & Schlottke, Marburger Konzentrationstraining, Attentioner )

Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. ADHS ist eine neurobiologisch bedingte Erkrankung mit erheblichen Auswirkungen auf viele Lebensbereiche. Mit dem Begriff „AD(H)S Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivitätsstörung“ wird eine übermäßige Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität bezeichnet. Betroffene Kinder haben beispielsweise einen überaus starken Bewegungsdrang, können nicht abwarten und nicht ausreichend lange bei einer Sache bleiben, reagieren auch mal über und sind wesentlich ablenkbarer als andere Kinder.

Um eine Aufmerksamkeitsstörung zu diagnostizieren, müssen Lehrer und Eltern eine bestimmte Anzahl von speziellen Verhaltensauffälligkeiten bestätigen.

Merkmale

• mangelnde Fähigkeit zuzuhören
• Unstetigkeit, Ungeduld (Aufgaben werden nicht bis zum Ende durchgeführt)
• Aufmerksamkeitsdefizit (niedrige Ablenkungsschwelle)
• Flüchtigkeitsfehler
• mangelnde Daueraufmerksamkeit u.a.
• Zappeln
• Herumrutschen auf dem Stuhl
• übermäßiges und häufiges Reden u.a.
• Ungeduld (kann nur schwer warten, bis er/sie an der Reihe ist)
• fehlende soziale Abgrenzung (unterbricht und stört andere häufig und platzt in Gespräche oder Spiele anderer hinein u.a.)

Dyskalkulie

Dyskalkulie ist eine Rechenschwäche, die auf eine fehlende differenzierte Wahrnehmung der Zahlen zurück zu führen ist. Den betroffenen Kindern fehlen das nötige Mengenverständnis und die Zählfertigkeiten, um die Grundrechenarten erlernen zu können. Sie verstehen Zahlen als reine Symbole, nicht als Mengenangaben. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. Manchmal wird sie auch als neuropsychologische Lernstörung oder eine Entwicklungsverzögerung des mathematischen Denkens bei Kindern bezeichnet.

Ursachen einer Dyskalkulie könnten sein:
Die Dyskalkulie steht nicht für sich allein, sondern resultiert aus verschiedenen Störungen der Wahrnehmung. Die Verarbeitung der gesehenen oder gehörten Reize, die Körperwahrnehmung und die Links-Rechts-Unterscheidung können davon betroffen sein. Möglicherweise sind auch schulische oder familiäre Probleme und psychische Faktoren ursächlich.
Ziele der Ergotherapie bei Dyskalkulie
Das Hauptziel der Ergotherapie bei Dyskalkulie besteht darin, den Betroffenen eine Vorstellung des Zahlenraumes und der Rechenoperationen zu vermitteln. Eine schrittweise Ablösung vom „zählenden“ Rechnen wird angestrebt. Über anschauliche Materialien wird das Vorstellungsvermögen gefördert, Zahlen und Rechenoperationen werden mit konkreten Handlungen verbunden.

Da neben der Dyskalkulie meist noch andere Wahrnehmungsstörungen bestehen, werden auch die Feinmotorik, die visuelle und auditive Merkfähigkeit, das Sprachverständnis, die Körperkoordination und die Körperwahrnehmung trainiert. Therapie von Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie wird nur dann von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn sie mit einer Wahrnehmungsstörung oder Verarbeitungsstörung einhergeht.
Mögliche Finanzierung einer Therapie bei Legasthenie oder Dyskalkulie
Unter bestimmten Bedingungen besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf “Eingliederungshilfe“ zu stellen. Wird Ihr Antrag dafür genehmigt, trägt das Jugendamt die Kosten einer außerschulischen Förderung/Therapie. Der Gesetzgeber setzt hierbei eine seelische Behinderung voraus, von der die Betroffenen bedroht sind und die mit einem ärztlichen Gutachten belegt werden muss. (www.bvl-legasthenie.de)